Was ist RTF? 2Logorot

Diese Frage stellen sich sicher viele radelnde Zeitgenossen. Vor allem dann, wenn sie bei ihrer eigenen Ausfahrt einmal rein zufällig auf die Strecke einer der zahlreichen RTF-Veranstaltungen geraten und dort hunderten von Radlerinnen und Radlern mit drei-, vier- und fünfstelligen Startnummern  begegnen. Oder wenn sie im Biergarten oder Eiscafe sitzen und bei einer Erfrischung beobachten, wie ein Rennradler erscheint, zur Theke geht und sich  dort Streckenunterlagen für eine permanente Radtour holt und in seiner Wertungskarte Punkte eintragen lässt.
Deshalb  hier der Versuch einer Antwort:
Das Radtourenfahren, kurz RTF (nicht zu verwechseln mit den sog. Rad-Touristik-Fahrten, bei denen meist mit Gepäck, häufig über mehrere Tage, einzeln oder in Gruppen auf individuellen Strecken von Ort zu Ort bis zu einem festgelegten Zielort gefahren wird) also das Radtourenfahren ist die wohl bekannteste und facettenreichste Form des Radsports für Jedermann im Bund Deutscher Radfahrer (BDR).
Ursprünglich einmal für den Ex-Rennfahrer gedacht, dem es an Zeit und Bereitschaft zum regelmäßigen Radtraining fehlte, der aber trotzdem in gemäßigten Bahnen seinen Jugendsport bis ins hohe Alter fortsetzen wollte, wurde das Radtourenfahren in einer Zeit des gestiegenen Gesundheitsbewußtseins und der Freude am sportlichen Radfahren von vielen Menschen begeistert aufgenommen. Sportlich lässt sich das Radtourenfahren (RTF) also zwischen Radrennen und Radwandern (Touristikfahrten) einordnen. Ausdauerleistung (allein und/oder in Gruppe) stehen dabei eindeutig im Vordergrund. Gesundheitsfördernden Ansprüchen kommt das Radtourenfahren durch die persönliche Dosierungsmöglichkeit der Belastungsgrenzen besonders entgegen. Regelmäßiges Radfahren verbessert die Herz-Kreislauf-Funktion und ist, im Gegensatz zum Laufen, auch für gewichtige Personen neben Schwimmen besonders zu empfehlen.
Jedes Jahr werden von März bis Oktober von aber 1000 Mitgliedsvereinen Veranstaltungen organisiert, die zu Beginn der Saison im Breitensportkalender des BDR bekanntgegeben werden. Jede(r) Radler(in) hat dabei die Möglichkeit, auf ausgeschilderten Strecken die “landschaftlichen Reize” der jeweiligen Region auf überwiegend verkehrsarmen Straßen zu “erfahren”. Dabei werden an Kontroll- und Verpflegungsstellen stets Erfrischungen angeboten und auch nach der Zielankunft wird meist in gemütlicher Runde für das leibliche Wohl gesorgt.
Eine Zeitwertung oder Sollzeiten gibt es bei RTFs nicht, denn eine RTF ist ja kein Radrennen. Jeder kann sich ganz individuell und entsprechend seiner Kondition für eine Strecke entscheiden (meist werden Strecken zwischen 155 km und 45 km, manchmal auch sog. Marathondistanzen von über 200 Kilometer angeboten) und diese Strecke dann in seinem individuellen Tempo zurücklegen. So treffen Familien mit Kindern, die sich eine Familien-Tour von 20 bis 45 km vorgenommen haben und in aller Ruhe die Landschaft genießen, auf  andere Fahrer, die 155 km oder mehr in durchaus beachtlichem Tempo  abspulen.
Da es aber keine Massenstarts gibt (jeder kann seine Startzeit in einem vorgegebenen Zeitfenster frei wählen), sich die Strecken entsprechend ihrer Längen unterwegs teilen und sich die Radsportler über die Gesamtstrecke verteilen, gibt es keinerlei Konflikte. Unterwegs gilt selbstverständlich die Straßenverkehrsordnung - und das Tragen eines Schutzhelmes wird vom BDR und den Veranstaltervereinen dringend empfohlen. Das Tragen einer Rückennummer ist Pflicht.
RTF-Veranstaltungen der A-Wertung (A steht für Ausdauer) finden bei jeder Witterung statt. Trotzdem hofft der RC Landshut, wenn er am jeweils am dritten Juliwochenende seine RTF- A-Wertungsfahrt “Rund um Landshut” organisiert, auf das Wetterglück, sprich auf optimale Wetterverhältnisse.
Wenngleich die Teilnahme an RTF-Veranstaltungen der A-Wertung, an Radmarathons und Coutry-Tourenfahrten grundsätzlich für alle auch ohne Zugehörigkeit zu einem (Rad-)Sportverein möglich ist, können Mitglieder des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) oder seiner Radsportvereine gegen eine Gebühr (von z.Zt. 9 Euro) zu Saisonbeginn über ihren Verein eine RTF-Wertungskarte beantragen, in die dann während des Jahres für die gefahrenen Kilometer bei RTFs Wertungspunkte eingetragen werden (ab 41 km - 1 Punkt, ab 71 km - 2 Punkte, ab 111 km - 3 Punkte, ab 151 km - 4 Punkte, für Marathons über 200 km - 5 Punkte und für eine Super-Cup-Teilnahme sogar 6 Punkte).
Auch über eine Einzelmitgliedschaft beim Bayerischen Radsportverband e.V. (Geschäftsstelle, Georg-Brauchle-Ring 93, 80992 München), die zur Zeit 61,77 Euro kostet, erhalten vereinsungebundene Interessenten eine RTF-Jahreswertungskarte. Eine Jahreswertungskarte ist übrigens auch eine gute Möglichkeit, die für das Deutsche Radsportabzeichen geforderte Jahreskilometerleistung zweifelsfrei und ohne weiteren “Papierkrieg” nachzuweisen.
Auch internationale Veranstaltungen, wie z.B. der Dolomiten-Radmarathon oder der Gran Fondo di Fausto Coppi “Nove Colli” in Italien oder die Internationale Bodenseerundfahrt (Schweiz) werden bei der Punktevergabe berücksichtigt. Wertungskarteninhaber starten meist auch zu einer um mindestens um 1,- € ermäßigten Startgebühr.

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